Ärzteversorgung im Frankfurter Norden – Fachärztezentrum auf dem Riedberg schließt zum 30.09.2020

Der Ortsbezirk Kalbach-Riedberg ist vom Altersdurchschnitt einer der jüngsten Stadtteile Frankfurts und wächst immer noch. Dies ist erfreulich; es ergeben sich aber auch besondere Herausforderungen für die Politik. Die SPD im Ortsbezirk stellt sich diesen für den Stadtteil und damit für den gesamten Frankfurter Norden.

So haben wir im Januar 2019 die Initiative ergriffen und im Ortsbeirat darauf hingewiesen, dass im Stadtteil Allgemeinmediziner und Kinderärzte fehlen (1, 2). Dies führte dazu, dass die Kassenärztliche Vereinigung im Plenarsaal der Stadtverordnetenversammlung im September 2019 dazu Stellung nehmen musste. Leider hat dies bisher nicht zu einer besseren Versorgung geführt. Zwar wurde mit vielen Worten erklärt, wie sich die Haus- und Kinderärzte errechnen, und dass Frankfurt eigentlich überversorgt ist. Damit ist zusammenfassend festzuhalten, dass es nicht beabsichtigt war, für den jungen Ortsbezirk Kalbach-Riedberg und im Frankfurter Norden mit vielen Familien mehr Kinderärzte und Allgemeinmediziner eine Niederlassungserlaubnis zu erteilen. Die FAZ berichtete darüber (3).

Die SPD bleibt aber dabei, dass weitere Ärzte dringend auf dem Riedberg zugelassen werden müssen. In ihrer Not suchen viele Eltern oft den Kinderarzt am früheren Wohnort auf, was gerade für Kinder mit u. a. fiebrigen Erkrankungen nicht hinnehmbar ist. Es ist auch bekannt, dass Ärzte im Ortsbezirk nicht über freie, zeitnahe Termine verfügen oder erst gar nicht neue Patienten annehmen.

Das führt dann dazu, dass stattdessen die Notaufnahmen der Krankenhäuser aufgesucht werden. Dies ist im Sinne der echten Notfälle nicht erstrebenswert und insbesondere Kinder wären bei Kinderärzten besser versorgt.

Nun spitzt sich die Situation noch zu. Die beabsichtigte Schließung des Fachärztezentrums (FÄZ) Frankfurt GmbH zum 30.09.2020 auf dem Riedberg hat bei den betroffenen Patient*innen für große Unruhe gesorgt. Nun muss binnen weniger Monate für eine Nachfolge der jeweiligen Fachrichtungen (Gynäkologie, Kinder- und Jugendmedizin sowie Neurologie) mit fünf Ärzten gefunden werden. Mir ist durch zahlreiche Anfragen bekannt, dass viele Patient*innen auch aus dem Frankfurter Norden, Niederursel etc. kommen und von der Schließung betroffen sind. In der letzten Ortsbeiratssitzung im Juni unter Anwesenheit der Geschäftsführerin Frau Dr. Korte hat selbst diese kein Konzept zur übergangslosen Nachfolge den interessierten Bürger*innen und Ortsbeiräten vorstellen können.

Daher wird die SPD sich auch weiterhin für den Erhalt der Gesundheit durch eine bessere ärztliche Versorgung im Frankfurter Norden einsetzen.

Susanne Kassold

Dieser Beitrag erschien in der Lokalzeitung „Die Lokale“ in der Juli-Ausgabe 2020