Wärmepumpen spielen in der Zukunft eine Schlüsselrolle zur Wärmeerzeugung

Unser Frankfurter Norden besteht in großen Teilen aus Ein- und Mehrfamilienhäusern, deren Besitzer*innen über Alternativen zu den herkömmlichen Erdöl- oder Erdgasheizungen nachdenken.

Dabei werden sie nicht allein gelassen. Von Seiten des Bundes gibt es Zuschüsse für den Austausch der Altanlage.

Dazu ist allerdings ein – von einem Energieberater erstelltes – individuelles Sanierungskonzept nötig. Dieser Stufenplan zur Energieersparnis kann neben der Isolation der Außenwand oder dem Austausch von Fenstern und Haustür, der Einsatz von PV- oder Solarthermieanlagen oder auch eine neue Heizungsanlage beinhalten. Dafür wird in der Regel eine Wärmepumpe empfohlen. Denn der Einbau eines Öl- oder Gasheizkessels wird als alleiniges Heizungsgerät in Deutschland ab dem 2025 praktisch verboten sein. Ab dann muss jede neue Heizung mindestens 65% erneuerbare Energien einkoppeln.

Sie kennen eine Form der Wärmepumpe bereits von ihrem Kühlschrank. Im Kühlfach ist es kalt und hinter dem Gerät sitzt der Kondensor-Rost, welcher warm wird. Hinzu kommt der elektrisch betriebene Kompressor. Für die Gebäudeheizung werden im Prinzip dieselben Komponenten verwendet. Allerdings soll es im Haus warm werden und dazu wird außen gekühlt. Daher gehört zu der Anlage im Keller meist eine Außeneinheit. Baulich ein Blechkasten mit einem großen Ventilator.

Und für diese Außeneinheit muss ein geeigneter Platz gefunden werden, der auf den oft kleinen Grundstücken mit vollständig ausgenutzten Baugrenzen fehlt. Gerade bei Reihenhäusern bleibt nur Platz vor dem Haus und die Einhaltung der Grenzabstände – meist 3 Meter – zu den Nachbarn und zum öffentlichen Straßenraum schränken die Aufstellmöglichkeiten weiter erheblich ein. Ferner entwickeln die Ventilatoren der Geräte Geräusche, die wir ungern unter dem eigenen Schlafzimmer oder der Nachbarn hören möchten.

So überrascht es nicht, dass in den vergangenen Wochen viele Hauseigentümer*innen vom Bauamt ablehnende Bescheide erhielten, wenn sie einen Antrag auf Genehmigung ihre Wärmepumpe stellten. Fehlende Grenzabstände wären mit der (ggf. gegenseitigen) Zustimmung der Nachbarn noch überwindbar. Die Aufstellung vor dem Haus scheitert jedoch am amtlichen Verweis auf die Vorgartensatzung. Nun sind jedoch 25 % des CO₂-Ausstoßes für das Heizen von Wohnungen verantwortlich. Da stellt sich für mich die Frage, wie will Frankfurt eine Energiewende erreichen, wenn allein an der Ablehnung des Bauantrages der Umstieg auf eine zeitgemäße Heizanlage scheitert.

Daher hat die SPD im Ortsbeirat 12 (Kalbach-Riedberg) einen Antrag formuliert und den Magistrat gebeten bis Ende Oktober 2022 Maßnahmen zu beschließen, die dafür Sorge tragen, dass die Aufstellung der Außeneinheit einer Wärmepumpe in der Regel genehmigungsfrei wird.

Wir hoffen, dass die Stadt schnell reagiert, damit wir bei der Energiewende einen kleinen Schritt weiterkommen.

Ihre Susanne Kassold